Blackout
Ein Stromausfall (auch: ungeplante Versorgungsunterbrechung) ist eine temporäre Netzstörung im Stromnetz, durch die unbeabsichtigt die Elektrizitätsversorgung der Stromverbraucher unterbrochen ist. Geplante Versorgungsunterbrechungen werden zuvor angekündigt und müssen ebenfalls der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Die längerfristige absichtliche Einstellung der Energieversorgung wird als Stromsperre bezeichnet.
Ursachen:
Bauarbeiten
Katastrophen
Sabotage
Krieg
Hier sind realistische und maximale (Worst‑Case) Blackout‑Szenarien für Deutschland, sachlich eingeordnet und angelehnt an Analysen u. a. von BBK, Bundesnetzagentur und Forschungseinrichtungen.
⚡ Blackout‑Szenarien in Deutschland
🔹 1. REALISTISCHE BLACKOUT‑SZENARIEN
(hohe Wahrscheinlichkeit, begrenzte Dauer)
🕒 Kurzzeit‑Blackout (Minuten bis wenige Stunden)
Ursachen
- Technische Störungen im Stromnetz
- Lokale Unwetter (Sturm, Schnee, Hitze)
- Bauarbeiten / Fehler an Umspannwerken
Auswirkungen
- Stromausfall lokal oder regional
- Mobilfunk meist noch funktionsfähig
- Heizung, Wasser, Internet evtl. kurzzeitig weg
Bewertung
- Häufig
- Gut beherrschbar
- Kaum gesellschaftliche Folgen
🕒 Regionaler Blackout (6–24 Stunden)
Ursachen
- Starkes Unwetter
- Netzüberlastung (Hitze, Kälte)
- Technische Kettenfehler
Auswirkungen
- Mobilfunk fällt nach 2–4 h teilweise aus
- Supermärkte schließen
- Geldautomaten außer Betrieb
- Trinkwasserversorgung meist noch stabil
Bewertung
- Realistisch
- Erste spürbare Einschränkungen
- Mit Vorsorge gut überstehbar
🕒 Mehrregionaler Blackout (1–3 Tage)
Ursachen
- Große Netzstörung
- Kombination aus Wetter + Technik
- Verzögerter Netzwiederaufbau
Auswirkungen
- Mobilfunk weitgehend tot
- Tankstellen ohne Betrieb
- Krankenhäuser nur mit Notstrom
- Polizei & Feuerwehr stark belastet
Bewertung
- Möglich, aber selten
- Kritische Infrastruktur unter Druck
- Bevölkerung stark gefordert
🔸 2. MAXIMALE / WORST‑CASE‑SZENARIEN
(geringe Wahrscheinlichkeit, hohe Wirkung)
🕒 Nationaler Blackout (3–7 Tage)
Ursachen
- Kaskadierender Netzzusammenbruch
- Cyberangriff auf Netzsteuerung
- Extremwetter mit Infrastrukturschäden
Auswirkungen
- Kein Strom, kein Mobilfunk, kein Internet
- Trinkwasser nur begrenzt verfügbar
- Abwasserpumpen fallen aus
- Lebensmittelversorgung bricht zusammen
- Staatliche Hilfe priorisiert lebenswichtige Bereiche
Bewertung
- Sehr ernst
- BBK‑Referenzszenario für Vorsorge
- Gesellschaftliche Spannungen möglich
🕒 Langzeit‑Blackout (2–4 Wochen)
Ursachen
- Massive Sabotage / Krieg
- Zerstörung zentraler Netzkomponenten
- Internationale Eskalation
Auswirkungen
- Vollständiger Zusammenbruch der Versorgungssysteme
- Keine elektronische Zahlung
- Keine medizinische Regelversorgung
- Evakuierungen möglich
- Lokale Selbstorganisation entscheidend
Bewertung
- Extrem unwahrscheinlich
- Katastrophen‑ / Verteidigungsfall
- Existenzielle Bedrohung
🧠 Kritische Zeitmarken (sehr wichtig)
| Zeit ohne Strom | Was passiert |
|---|---|
| 0–2 h | Alles wirkt noch „normal“ |
| 2–6 h | Mobilfunk beginnt auszufallen |
| 6–12 h | Versorgung stockt |
| 24 h | Wasser & Lebensmittel kritisch |
| 72 h | Staatliche Notmaßnahmen dominieren |
🛡️ Einordnung durch das BBK
- Blackouts sind kein „wenn“, sondern ein „wann“ – aber meist kurz
- Der Fokus der Vorsorge liegt auf 72 Stunden Eigenversorgung
- Panik ist unnötig – Vorbereitung ist entscheidend
🧩 Kurzfazit
- Realistisch: regionale Stromausfälle bis 24 h
- Möglich: mehrtägige Blackouts (selten)
- Extrem: wochenlanger Totalausfall (sehr unwahrscheinlich)
- Entscheidend: individuelle Vorsorge, Information, Ruhe
Perfekt! Ich fasse alles drei strukturiert zusammen:
1️⃣ 72‑Stunden‑Überlebensszenario
2️⃣ Blackout‑Checkliste für Wohnung/Haus/Familie
3️⃣ Staatliche/kommunale Maßnahmen im Ernstfall
⚡ 1. 72‑Stunden‑Überlebensszenario – Schritt für Schritt
Ausgangspunkt: Mehrtägiger regionaler Blackout, Strom, Internet, Mobilfunk teilweise ausgefallen.
| Zeit | Handlung |
|---|---|
| 0–2 h | Ruhe bewahren; Handy sparsam nutzen; Kerzen/Lampen vorbereiten; Notfallrucksack griffbereit |
| 2–6 h | Kühlschrank/Tiefkühltruhe geschlossen halten; Wasser in sauberen Behältern auffangen; wichtige Dokumente sichern |
| 6–12 h | Nachbarn informieren, ggf. zusammenarbeiten; Stromsparmaßnahmen konsequent einhalten; Elektrogeräte ausschalten |
| 12–24 h | Trinkwasser rationieren; Notfalllebensmittel nutzen; Radio (batteriebetrieben) einschalten; Hygieneartikel bereitstellen |
| 24–48 h | Plan für evtl. Einkauf oder Wasserbeschaffung überlegen; ggf. Generator nutzen; Tiere versorgen |
| 48–72 h | Lage neu bewerten: Gibt es Entwarnung oder länger anhaltenden Ausfall?; Kontakt zu Hilfsorganisationen herstellen, falls erreichbar; psychische Gesundheit beachten |
Tipps:
- 3 L Wasser/Tag/Person
- Essen: haltbar, energiereich, wenig kochintensiv
- Dokumente, Bargeld, Medikamente griffbereit
🏠 2. Blackout‑Checkliste für Wohnung/Haus/Familie
🔹 Vorräte & Energie
- Trinkwasser (3–10 Tage)
- Lebensmittelvorrat (Konserven, Nudeln, Reis, Babynahrung)
- Taschenlampe + Ersatzbatterien
- Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeug
- Powerbank / Solar-Ladegerät
🔹 Hygiene & Gesundheit
- Erste-Hilfe-Set, persönliche Medikamente
- Desinfektionsmittel, Masken, Toilettenpapier
- Müllsäcke & Hygienematerial
🔹 Dokumente & Kommunikation
- Wichtige Unterlagen (Personalausweis, Versicherung, Bank) in wasserdichter Mappe
- Notfallkontakte ausgedruckt
- Radio (batteriebetrieben oder Kurbelradio)
🔹 Sicherheit & Schutz
- Haus absichern (Fenster, Türen, Gas/Wasser abschalten)
- Evakuierungsplan + Treffpunkte
- Haustiere versorgen: Futter, Leine, Box
🔹 Sonstiges
- Decken, warme Kleidung, feste Schuhe
- Multitool / Taschenmesser
- Unterhaltung / Beschäftigung (für Kinder, psychische Stabilität)
🏛️ 3. Staatliche und kommunale Maßnahmen im Blackout
| Ebene | Maßnahmen |
|---|---|
| Bund | – Überwachung der Stromversorgung (Bundesnetzagentur) – Koordination bei großflächigen Ausfällen – Versorgung kritischer Infrastruktur (Krankenhäuser, Polizei, Wasserwerke) – Aktivierung des BBK für Krisenkommunikation und Koordination |
| Land | – Katastrophenschutzplanung (Länderbehörden) – Alarmierung von Rettungsdiensten, Feuerwehr, THW – Einrichtung von Notunterkünften und Krisenstäben |
| Kommunen | – Warnung der Bevölkerung über Sirenen, Apps, Lautsprecherwagen – Öffnung von Notunterkünften, Verpflegungsstationen – Koordination ehrenamtlicher Hilfsorganisationen (THW, DRK, Feuerwehr) – Sicherstellung von Trinkwasser und medizinischer Grundversorgung |
| Hilfsorganisationen | – Bereitstellung von Notfallversorgung (Essen, Wasser, Medizin) – Transport von Personen in kritischen Situationen – Unterstützung bei Evakuierungen |
Hinweis:
- Offizielle Hilfe benötigt oft 24–72 h bis flächendeckend verfügbar.
- Eigenvorsorge ist daher entscheidend.
💡 Kurzfazit:
- 72-Stunden-Szenario zeigt die realistische Belastungsgrenze.
- Checkliste Wohnung/Familie sorgt dafür, dass du diese Zeit überstehst.
- Staatliche Maßnahmen greifen danach und sichern kritische Infrastruktur.
